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Ausflugsziel im Obervinschgau

Burgeis und Kloster Marienberg

Über dem Dorf Burgeis im Obervinschgau steht das Kloster Marienberg, nach Angabe der Ferienregion Vinschgau die höchstgelegene Benediktinerabtei Europas. Das weiß leuchtende Haus liegt auf rund 1.340 bis 1.350 m am Hang über dem Dorf, an der Straße von Burgeis hinauf nach Schlinig und zum Watles – also an der Straße, die zum Ferienhotel Kastellatz in Prämajur führt. Für uns ist Marienberg das nächstgelegene Ausflugsziel: rund 10 Minuten Fahrt, oder zu Fuß auf markierten Wegen.

Hier steht, was es zu sehen gibt, was du nur mit Führung besichtigen kannst, wie du zu Fuß hinkommst und was du danach in Burgeis entdeckst.

Auf einen Blick

  • LageBerghang oberhalb von Burgeis, Gemeinde Mals, auf rund 1.340 bis 1.350 m
  • Vom Hotelrund 10 Minuten Fahrt (5 km), oder zu Fuß auf den Wegen 2A und 2
  • Frei zugänglichStiftskirche, Klosterladen und Klostercafé; das Museum „Ora et labora“ mit Eintritt
  • Nur mit FührungKrypta, Bibliothek, Schaudepot und die Kirche St. Stephan
  • Anmeldungfür Führungen vom Kloster erbeten, per E-Mail oder Telefon
  • Zeitennicht ganzjährig, beim Kloster prüfen (Link unten)
  • Mit HundTiere sind im Museum und bei Führungen nicht erlaubt
  • BarrierefreiMuseum, Klosterladen und Stiftskirche; das Gästehaus teilweise

Geschichte: Die Edlen von Tarasp und die Abtei

Marienberg ist eine Stiftung der Edlen von Tarasp aus dem Engadin und geht ins 12. Jahrhundert zurück. Burgeis selbst wird in einer Aufzeichnung der Abtei von 1148/49 erstmals als „Burgusia“ genannt. Das Kloster war über Jahrhunderte das geistige Zentrum des Oberen Vinschgaus: Ende des 16. Jahrhunderts stand es vor der Auflösung, die der Papst und die tirolische Landesregierung verhinderten, im 17. Jahrhundert blühte es unter Abt Matthias Lang aus Weingarten neu auf, und 1724 gründete die Abtei in Meran ein humanistisches Gymnasium.

Einen Einschnitt brachte das Jahr 1807, als die bayerische Regierung das Kloster aufhob, die Mönche vertrieb und Archiv und Bibliothek plünderte. 1816 wurde die Abtei wiederhergestellt. Das Meraner Gymnasium musste 1928 unter politischem Druck schließen; von 1946 bis 1986 führte das Kloster in Marienberg selbst ein Privatgymnasium. Noch immer leben hier Mönche nach der Regel des heiligen Benedikt.

Die Krypta mit den romanischen Engeln

Der berühmteste Raum ist die Krypta. Der Churer Bischof Adalgott weihte sie 1160, sie diente zunächst als erster Gottesdienstraum der Mönche und später als Begräbnisort. Die Fresken entstanden nach Angabe der Wikipedia zwischen 1175 und 1180, wurden 1887 teilweise entdeckt und kamen 1980 nach dem Abbruch der Grufteinbauten in voller Leuchtkraft zum Vorschein. Das Kloster nennt sie eines der größten Zeugnisse romanischen Kunstschaffens im Alpenraum; bekannt sind vor allem die Engel auf blauem Grund.

Die Krypta ist nur mit Führung zugänglich. Am 11. August 1992 feierte hier der damalige Kardinal Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., einen Gottesdienst. Wer die Krypta nicht besichtigen kann, sieht die Engel im Film des Museums.

Stiftskirche, Orgel und Klosterhof

Die Klosterkirche stammt aus dem späten 12. Jahrhundert. Man betritt sie durch ein romanisches Rundbogenportal; im Tympanon sitzt die „schöne Madonna“ aus dem frühen 15. Jahrhundert, die dem Jesusknaben einen Apfel reicht. Das heutige barocke Aussehen erhielt die Kirche zwischen 1643 und 1648 unter Abt Jakob Grafinger: Das Querschiff wurde zu Sakristei, Betchor und Prälatenkapelle umgebaut, die schmalen romanischen Fenster wurden vergrößert, und die Stuckarbeiten im Renaissancestil schufen Florian Nuth aus Innsbruck und Frater Paul Bock.

Die Barockorgel, die Carlo Prati 1677 und 1678 für diese Kirche baute, steht in der Pfarrkirche von Burgeis: Die Gemeinde ersteigerte sie nach der Klosteraufhebung 1807. Den Klosterhof prägt der Gegensatz von altem Gemäuer und dem gläsernen Museumsneubau.

Museum „Ora et labora“, Schaudepot und Bibliothek

Im Erdgeschoss des sanierten Wirtschaftstrakts, den man zwischen 2004 und 2008 umbaute, zeigt das 2007 eröffnete Museum mit Filmen und Objekten den Alltag hinter den Klostermauern, das Leben nach der Regel Benedikts und die Arbeit der Mönche in den letzten Jahrhunderten. Die Umbauten vom ausgehenden 13. Jahrhundert bis in die Gegenwart lassen sich am Gebäude selbst ablesen. Wechselnde Ausstellungen erzählen Geschichten aus dem Klosterfundus.

Das Schaudepot in den früheren Bibliotheksräumen eröffnete 2021. Es zeigt die Lehrmittelsammlung des Meraner Gymnasiums, von physikalischen Geräten über präparierte Tiere bis zu Mineralien; bei der Restaurierung wurden eine romanische Balkendecke und Teile des wohl ältesten Blockhauses Europas freigelegt. Die Bibliothek mit mehr als 100.000 Druckwerken ist in einem modernen unterirdischen Bau untergebracht. Beides ist nur mit Führung zu sehen; die Führungen finden in deutscher Sprache statt. Für einen Audioguide nennt die Ferienregion Vinschgau die App „Hearonymus“.

St. Stephan: das kleine Marienberg

Rund zehn Gehminuten vom Kloster entfernt steht die weiß getünchte Kirche St. Stephan mit dem Konventsfriedhof, volkstümlich „Kleinmarienberg“ genannt. Grabungen haben Mauerreste aus dem 5. Jahrhundert freigelegt, und bei der Restaurierung zwischen 2018 und 2020 kamen spätgotische Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert zum Vorschein, dazu eine langobardische Gürtelschnalle, die im Museum liegt. Die Kirche ist nur mit Führung zu besichtigen, der Friedhof dagegen öffentlich zugänglich.

Burgeis: Fassaden, Brunnen, Fürstenburg

Das Dorf liegt auf rund 1.216 m. Es ist reich an freskenbemalten Hausfassaden, alten Portalen, Freitreppen und Erkern; im Ortszentrum steht der Michaelsbrunnen. Die Fürstenburg aus dem 13. Jahrhundert wurde als Sitz der Fürstbischöfe von Chur gebaut, darin ist eine Fachschule für Land- und Forstwirtschaft untergebracht; von der Straße aus siehst du die Burg und darüber das weiße Kloster. In der Pfarrkirche Mariä Empfängnis steht die Prati-Orgel, und der Barockmaler Johann Evangelist Holzer wurde in Burgeis geboren; eine Gedenktafel erinnert an ihn.

Zu Fuß zum Kloster

Vom Dorf führt der kurze markierte Benediktsteig direkt zum Kloster, weitere Wege gehen unter anderem über den Sonnensteig. Ab Haus gehst du auf den Wegen 2A und 2 über Prämajur und die Röfenhöfe nach Marienberg und weiter nach Burgeis; zurück geht es zu Fuß oder je nach Fahrplan mit dem Bus.

Wer mehr Strecke möchte, geht den Sagenweg von Burgeis zum Kloster, rund 2 Stunden, oder am Waal entlang auf dem Oberwaal bei Mals. Beide Touren haben eine eigene Seite mit Wegbeschreibung und GPX-Datei, die Links stehen unten.

Jahreszeiten und beste Zeit

Das Museum ist nicht das ganze Jahr geöffnet, und auch Führungen und Klostercafé folgen der Saison; Termine ändern sich, prüfe sie vor dem Ausflug auf der Website des Klosters. Weil Museum und Kirche im Trockenen liegen, ist Marienberg ein guter Plan für einen Regentag. Bei klarem Wetter lohnt der Weg zu Fuß, weil sich oberhalb von Burgeis der Blick über den Obervinschgau öffnet.

Mit Kindern und mit Hund

Mit Kindern lohnen sich das Museum mit seinen Filmen und der kurze Weg vom Parkplatz; die Krypta- und Bibliotheksführungen sind eher etwas für ältere Kinder. Das Kloster selbst ist nicht öffentlich zugänglich, Museum, Laden, Café und Stiftskirche schon. Tiere sind im Museum und bei den Führungen nicht erlaubt; ein Hund wartet also nicht mit im Museum, auf den Wegen vom Dorf zum Kloster ist er dagegen dabei.

Einkehr in der Nähe

Das Klostercafé Marienberg eröffnete 2019 in der ehemaligen Klostersäge, mit Blick auf die Westfassade des Klosters und einer Terrasse am Lärchenwald; es öffnet in der warmen Jahreszeit. In Burgeis gibt es außerdem Gasthäuser und ein Informationsbüro der Ferienregion.

Gut kombinierbar mit

Von Marienberg aus lässt sich der Tag in Burgeis fortsetzen, mit der Stadt Glurns, der Churburg bei Schluderns oder einem Halt am Reschensee. Hoch über dem Kloster liegt auf 2.222 m der Pfaffensee, benannt nach den Benediktinern; die Tour dorthin hat eine eigene Seite. Und schon im 12. Jahrhundert waren Höfe in Burgeis auch dem Kloster St. Johann in Müstair abgabepflichtig: Ein Ausflug dorthin schließt den Kreis.

Vom Hotel dorthin

Das Ferienhotel Kastellatz liegt in Prämajur auf 1.740 m, rund 5 Kilometer vom Kloster entfernt. Mit dem Auto sind es rund 10 Minuten, immer abwärts auf der Hausstraße; die Zahlen und der Routenknopf stehen im Block „Vom Hotel dorthin“ weiter oben. Wer zu Fuß geht, plant für den Weg ab Haus mehr Zeit ein als für den Rückweg mit dem Bus.

Vom Hotel zum Ziel

  • Strecke ab Hotel5 km
  • Fahrzeit mit dem Auto10 Min.

Mit dem Auto: Von Prämajur fährst du auf der Straße Richtung Burgeis und Schlinig hinunter; das Kloster liegt direkt an dieser Hausstraße. Der Besucherparkplatz befindet sich in einer Kurve rund 100 Meter vor dem Kloster, direkt vor dem Kloster darf nicht geparkt werden.

Mit Bus und Bahn: Die Buslinie 277 fährt laut Ferienregion Vinschgau das Kloster an; den Fahrplan findest du auf suedtirolmobil.info. Mit dem Reschensee Guest Pass sind Bahn und Bus in ganz Südtirol im Aufenthalt inklusive.

Zu Fuß: Die Wege 2A und 2 führen von Prämajur über die Röfenhöfe zum Kloster und weiter nach Burgeis.

Route in Google Maps (öffnet in neuem Fenster)

Karte

Kloster Marienberg, weiß am bewaldeten Hang über Burgeis, im Sommer

Die Karte wird von Google Maps geladen, sobald du zustimmst.

Häufige Fragen

Kann ich die Krypta von Marienberg ohne Führung besichtigen?
Nein. Krypta, Bibliothek, Schaudepot und St. Stephan sind nur mit Führung zugänglich. Das Kloster bittet um vorherige Anmeldung per E-Mail oder Telefon; Termine und Preise stehen auf der Klosterwebsite.
Wie weit ist Marienberg vom Ferienhotel Kastellatz?
Mit dem Auto sind es rund 5 Kilometer und rund 10 Minuten. Zu Fuß gehst du auf den Wegen 2A und 2 über Prämajur und die Röfenhöfe zum Kloster.
Darf ich mit Hund ins Kloster Marienberg?
Im Museum und bei den Führungen sind Tiere nicht erlaubt. Auf den Wegen vom Dorf Burgeis zum Kloster ist der Hund dabei.
Ist Marienberg bei Regen ein guter Ausflug?
Ja, Museum, Stiftskirche und die Führungen finden im Trockenen statt. Zeiten hängen von der Jahreszeit ab, prüfe sie vorher beim Kloster.
Ist das Kloster barrierefrei?
Museum, Klosterladen und Stiftskirche sind barrierefrei, das Gästehaus teilweise. Das Kloster selbst ist nicht öffentlich zugänglich.

Zum Aufenthalt

Beim Betreiber und vor Ort

Weitere Ausflugsziele

Wandertipps in der Nähe

Quellen

Benediktinerstift Marienberg: Geschichte (abgerufen 29. Oktober 2026), Benediktinerstift Marienberg: Kirche & Krypta (abgerufen 29. Oktober 2026), Benediktinerstift Marienberg: St. Stephan (abgerufen 29. Oktober 2026), Benediktinerstift Marienberg: Museum, Schaudepot, Bibliothek (abgerufen 29. Oktober 2026), Benediktinerstift Marienberg: Besucherinfo und Lage (abgerufen 29. Oktober 2026), Benediktinerstift Marienberg: Klostercafé (abgerufen 29. Oktober 2026), Ferienregion Vinschgau: Kloster Marienberg (abgerufen 29. Oktober 2026), Wikipedia: Burgeis (abgerufen 29. Oktober 2026)

Bildnachweis

Foto: Whgler, CC BY 4.0, Wikimedia Commons, Foto: Albert Ceolan / Benediktinerstift Marienberg, Foto: Benediktinerstift Marienberg, Foto: Nxr-at, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons, Foto: Fraefe, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons, Foto: Pwagenblast, CC BY 4.0, Wikimedia Commons, Foto: Moleskine, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons, Foto: Whgler, CC BY 4.0, Wikimedia Commons, Foto: René Riller / Benediktinerstift Marienberg, Foto: Nxr-at, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons, Foto: Maria Gapp / Benediktinerstift Marienberg

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