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Ausflugsziel im Obervinschgau

Reschensee: der Kirchturm im See

Der Reschensee im oberen Vinschgau ist vor allem wegen eines Bildes bekannt: Ein romanischer Kirchturm ragt aus dem Wasser. Die Ferienregion Vinschgau nennt ihn das bekannteste und beliebteste Postkartenmotiv des Tals. Das Ferienhotel Kastellatz liegt nicht am See, sondern in Prämajur auf 1.740 m – für den Reschensee ist unser Haus ein ruhiger Ausgangspunkt, von dem aus du in rund 30 Minuten am Ufer bist.

Hier steht, was du über den Turm und seine Geschichte wissen solltest, was es rund um den See zu sehen gibt, wie der Rundweg aussieht und wann sich der Besuch lohnt.

Auf einen Blick

  • LageObervinschgau, Gemeinde Graun, nahe dem Reschenpass, auf knapp 1.500 m
  • Der SeeStausee, rund 6 Kilometer lang und bis etwa 1 Kilometer breit
  • Der TurmGlockenturm der alten Pfarrkirche St. Katharina, 1357 geweiht
  • Vom Hotel20 Kilometer, rund 30 Minuten mit dem Auto
  • Rundweg15,3 Kilometer, befestigt, überwiegend flach, zu Fuß oder mit dem Rad
  • Beste Zeitganzjährig – im Sommer wie im Winter ein beliebtes Ziel
  • Mit KindernRundweg kinderwagen- und fahrradtauglich, in Etappen teilbar
  • Mit Hundam See und auf dem Rundweg möglich

Der Turm und die Geschichte dahinter

Der Turm gehört zur romanischen Kirche von Alt-Graun, der Pfarrkirche St. Katharina. Die Kirche wurde im 14. Jahrhundert gebaut, der Turm 1357 geweiht. Er erinnert an ein Staudammprojekt, das die faschistische Regierung in den 1920er-Jahren entwarf und das erst nach dem Zweiten Weltkrieg verwirklicht wurde: Der Großkonzern Montecatini setzte es unter internationaler Beteiligung um, Reschensee und Graunersee wurden zu einem größeren See aufgestaut. Den Haidersee weiter südlich ließ man unberührt, er blieb ein eigener See.

Im Sommer 1950 wurden 163 Häuser gesprengt, die Gemeinde Graun und ein Teil des Dorfes Reschen wurden überflutet. Nach Angabe der Ferienregion Vinschgau wurden 150 Familien evakuiert und in einem notdürftig erbauten Barackenlager am Ausgang des Langtauferer Tals untergebracht; die Bevölkerung war im „nationalen Interesse“ enteignet worden, viele Dorfbewohner wichen nicht freiwillig. Das gehört zu diesem Ort dazu: Hinter dem schönen Foto steht eine schmerzhafte Geschichte, und sie verändert, wie man den Turm ansieht.

Aus Denkmalschutzgründen wurde der Turm nicht gesprengt. Sein Mauerwerk wurde 2009 saniert, das Dach erneuert und die Zifferblätter der Turmuhr restauriert; das alte Uhrwerk kam 2023 nach Graun zurück. Die Geschichte des Sees hat auch Literatur und Film erreicht: Der Roman „Ich bleibe hier“ von Marco Balzano erzählt sie aus der Sicht einer Lehrerin in Graun, die Serie „Curon“ erfindet einen Fluch um den Glockenturm.

Was du rund um den See siehst

Der klassische Blick auf den Turm ist vom Ufer bei Graun. Dort liegt der Besucherparkplatz, von dem aus du in wenigen Minuten am Wasser stehst. Wenn der See als Jahresspeicher einen niedrigen Pegel hat, steht der Turm in einem eingefassten Becken, und am Seegrund sind die Kellerreste des alten Dorfes zu erkennen; bei hohem Wasserstand ragt er allein aus dem See.

Oberhalb von Graun thront auf einem Hügel das St. Anna Kirchlein, 1521 im spätgotischen Stil eingeweiht, mit einem Außenfresko des heiligen Georg von etwa 1600 und einem Renaissancealtar von 1596. Es ist ein Zeitzeuge der Seestauung und bietet einen Blick über See und Berge. Das Museum Vinschger Oberland in Graun zeigt 3D-Modelle des alten Dorfes, Gegenstände aus Alt-Graun und eine Fotodokumentation über Untergang und Wiederaufbau.

Am anderen Ende des Sees, bei Reschen, stehen Bunker Nr. 20 und eine Panzersperre im Hochmoor – eine Grenzbefestigung aus dem Zweiten Weltkrieg. Nur wenige Minuten von Reschen entfernt beginnt an der Etschquelle die rund 415 Kilometer lange Reise der Etsch, des zweitlängsten Flusses Italiens. Eine Schifffahrt mit der MS Hubertus bringt dich auf dem See nah an den Turm.

Der Rundweg um den See

Um den Reschensee führt ein Rad- und Fußweg mit Hartbelag von 15,3 Kilometern, je nach Quelle werden 15 bis 15,5 Kilometer angegeben. Er verläuft überwiegend flach mit einzelnen kurzen Anstiegen, die Tirol Werbung nennt als steilste Stelle etwa 10 Prozent. Der Weg eignet sich zu Fuß ebenso wie mit dem Rad; auch Handbiker sind dort unterwegs. Am Ufer verläuft auch die Via Claudia Augusta, die alte Römerstraße, die zu den beliebtesten Radstrecken im Alpenraum zählt.

Wer nicht den ganzen Weg gehen möchte, beginnt am Besucherparkplatz beim Kirchturm von Graun und geht ein Stück am Ufer entlang. Dort und beim Restaurant „Mein Dörfl“ in Reschen gibt es Toiletten. Plane für die ganze Runde einen halben Tag ein; zu Fuß lässt sie sich gut in Etappen teilen, weil Graun, Reschen und St. Valentin am Ufer liegen.

Jahreszeiten und beste Zeit

Der Turm ist nach Angabe der Ferienregion Vinschgau im Sommer wie im Winter ein beliebtes Ausflugsziel, und der Rundweg ist das ganze Jahr über begehbar. Im Sommer gehören Spaziergänge, Radfahren, Segeln, Stand-up-Paddeln und Kitesurfen zum Seeleben; der verlässliche Südwind macht den Reschensee zu einem der höchstgelegenen Kitespots Europas. Wer wenig Trubel möchte, geht am frühen Morgen oder am späten Nachmittag, wenn das Licht auf dem Wasser weich wird.

Im Winter wird der zugefrorene See je nach Wetter zum Snowkiten und Eissegeln genutzt, und am Ufer ist ein gespurter Winterwanderweg von rund 15 Kilometern angelegt. Ob man dann zum Turm hinausgehen kann, hängt vom Wetter ab und ist nicht offiziell zugesagt – plane deinen Besuch deshalb nie darauf. Der Pegel des Sees schwankt im Jahresverlauf, wie sein Wasserstand an einem bestimmten Tag ist, lässt sich nicht vorhersagen.

Mit Kindern und mit Hund

Der Rundweg ist leicht und kinderwagentauglich, die Strecke lässt sich in Etappen aufteilen. Am Nordufer neben Reschen lädt eine Schaukel zur Pause ein, bei Regen ist das Erlebnisbad Curunes in Graun eine Alternative für Kinder. Halte dich beim Wasser an die Hinweise vor Ort; der See ist ein Stausee mit wechselndem Pegel.

Hunde sind am See und auf dem Rundweg möglich; auf Wegen mit Radverkehr gehören sie an die Leine. Die Kite Bar Resia am Ufer in Graun nennt Hunde als erlaubt.

Einkehr in der Nähe

Direkt am Ufer in Graun liegt die Kite Bar Resia, ein Bistro mit kleiner Karte und italienischem Aperitivo und Blick auf den See. In Reschen gibt es das Restaurant „Mein Dörfl“ mit Terrasse, das auch ein Einstieg zum Rundweg ist. Weitere Gasthäuser und Hotels rund um den See listet die Ferienregion Reschensee unter „Gastronomie“.

Gut kombinierbar mit

Nur wenige Kilometer südlich liegt der Haidersee, der ruhigere, natürliche Nachbarsee mit Blick auf den Ortler. Über den Reschenpass bist du in etwa zehn Minuten Fahrt in Nauders mit Schloss Naudersberg und der Erlebnisburg Altfinstermünz. Auf dem Rückweg lohnen Burgeis mit Kloster Marienberg und das mittelalterliche Glurns.

Vom Hotel zum See

Das Ferienhotel Kastellatz liegt in Prämajur oberhalb von Burgeis in der Gemeinde Mals, am Fuß des Watles. Zum Reschensee fährst du 20 Kilometer, rund 30 Minuten. Wer ein Hotel unmittelbar am Ufer sucht, findet es bei uns nicht – dafür Ruhe auf 1.740 m, Panorama-Hallenbad und Terrasse, und von hier aus auch Glurns, Burgeis mit Kloster Marienberg und die Schweiz in Reichweite.

Mit dem Reschensee Guest Pass sind Bahn und Bus in ganz Südtirol im Aufenthalt inklusive. Aktuelle Fahrpläne findest du auf suedtirolmobil.info.

Vom Hotel zum Ziel

  • Strecke ab Hotel20 km
  • Fahrzeit mit dem Auto30 Min.

Mit dem Auto: Von Prämajur hinunter nach Burgeis, dann auf der Staatsstraße talaufwärts über die Malser Haide, vorbei am Haidersee und am Dorf St. Valentin bis Graun. Der Besucherparkplatz liegt am Ufer nahe dem Kirchturm.

Mit Bus und Bahn: Mit der Buslinie 277 bis zum Bahnhof Mals, dort weiter mit dem Regionalbus Richtung Reschenpass bis Graun. Mit dem Reschensee Guest Pass ist die Fahrt im Aufenthalt inklusive; Fahrpläne stehen auf suedtirolmobil.info.

Parkplatz: Besucherparkplatz beim Kirchturm

Route in Google Maps (öffnet in neuem Fenster)

Karte

Kirchturm von Alt-Graun im verschneiten Reschensee, dahinter bewaldete Berghänge

Die Karte wird von Google Maps geladen, sobald du zustimmst.

Häufige Fragen

Kann man zum Kirchturm im Reschensee laufen?
Der Turm steht im Wasser vor dem Ufer bei Graun und ist vom Ufer aus zu sehen. Ob man bei niedrigem Pegel oder im Winter auf dem Eis näher herankommt, hängt von Wetter und Hinweisen vor Ort ab; zugesagt ist es nie.
Wie lang ist der Rundweg um den Reschensee?
Der Rad- und Fußweg ist 15,3 Kilometer lang, überwiegend flach und befestigt. Für die ganze Runde solltest du einen halben Tag einplanen, mit dem Rad geht es schneller.
Wie weit ist der Reschensee vom Ferienhotel Kastellatz?
Mit dem Auto sind es 20 Kilometer und rund 30 Minuten über Burgeis und St. Valentin bis zum Besucherparkplatz bei Graun.
Kommt man ohne Auto zum Reschensee?
Ja: mit der Buslinie 277 bis Mals und dann mit dem Regionalbus Richtung Reschenpass bis Graun. Mit dem Reschensee Guest Pass ist die Fahrt im Aufenthalt inklusive.
Sind Hunde am Reschensee erlaubt?
Am See und auf dem Rundweg ja. Auf Wegen mit Radverkehr gehören Hunde an die Leine.
Gibt es am Reschensee ein Hotel direkt am Ufer, das Kastellatz ersetzt?
Hotels am See gibt es in Graun und Reschen. Das Ferienhotel Kastellatz liegt bewusst abseits auf 1.740 m in Prämajur: Ruhe, Panorama und kurze Wege zu Watles und Schlinigtal, der See ist ein Ausflug.

Zum Aufenthalt

Beim Betreiber und vor Ort

Weitere Ausflugsziele

Wandertipps in der Nähe

Quellen

Ferienregion Vinschgau: Turm im Reschensee (abgerufen 29. Oktober 2026), Ferienregion Reschensee: Graun am Reschensee (abgerufen 29. Oktober 2026), Ferienregion Reschensee: Reschen (abgerufen 29. Oktober 2026), Ferienregion Reschensee: Wassersport am Reschen- und Haidersee (abgerufen 29. Oktober 2026), Wikipedia: Reschensee (abgerufen 29. Oktober 2026), Tirol Werbung: Handbikeroute Reschensee (abgerufen 15. Oktober 2026), Südtirol Marketing: Reschen (abgerufen 15. Oktober 2026)

Bildnachweis

Foto: IDM Südtirol / Benjamin Pfitscher, Foto: IDM Südtirol / Marion Lafogler, Foto: Champions and Friends / Ferienregion Reschensee, Foto: Christoph Partsch / Ferienregion Reschensee, Foto: Thomas Punter / Ferienregion Reschensee, Foto: Evelin Thöni / Ferienregion Reschensee, Foto: IDM Südtirol / Matt Cherubino, Foto: Martin Rüpp / Ferienregion Reschensee, Foto: Vince51, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons, Foto: Julia Brunner / Ferienregion Reschensee, Foto: Christoph Partsch / Ferienregion Reschensee

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