Ausflugsziel im Obervinschgau
Schlinigtal: das Seitental unter der Sesvennagruppe
Das Schlinigtal ist ein Seitental des Vinschgaus mit einem kleinen Bergdorf, einem fast ebenen Almweg und dem Ausgangspunkt für die Wanderung zur Sesvennahütte. Vom Ferienhotel Kastellatz in Prämajur, das selbst zur Fraktion Schlinig gehört, fährst du rund zehn Minuten bis zum Ende des Dorfes.
Hier steht, wie das Tal aufgebaut ist, was Schlinig geschichtlich ausmacht, welche Wege von dort beginnen und wie das Tal im Winter zum Langlaufgebiet wird.
Auf einen Blick
- Seitental des Obervinschgaus, Gemeinde Mals, an der Grenze zur Schweiz
- Schlinig, je nach Quelle auf 1.717 bis 1.738 m
- rund 10 Minuten Fahrt
- auf 1.868 m, über den Almweg ab dem Dorf, hin und zurück rund 5 km und 2 Stunden
- Weg Nr. 1, ab Schlinig 5,3 km, 547 Höhenmeter, 2 bis 2,5 Stunden, mittel
- Schlinigpass auf 2.309 m, weiter in die Uina-Schlucht
- Nordic Center Schlinig, 22 km Rundstrecke, klassisch und Skating
- auf den Wegen möglich, auf den Almen an der Leine
Das Tal und seine Berge
Das Schlinigtal, italienisch Val Slingia, zweigt bei Schleis vom Vinschgau ab und führt mit einem schluchtartigen Eingang nach Nordwesten in die Sesvennagruppe. Der Bach, der es entwässert, heißt Metzbach oder Schlinigbach und ist zwölf Kilometer lang. Im Bereich des kleinen Haufendorfs Schlinig weitet sich das Tal zur U-Form, danach folgt ein flacher Wiesenboden bis zur Schliniger Alm, und am Talschluss endet es abrupt an der Schwarzen Wand, über die ein Wasserfall fällt.
Über dem Talschluss erheben sich unter anderem der Piz Rims mit 3.067 m und der Muntpitschen mit 3.161 m; für Bergsteiger erschließt die Sesvennahütte dieses Gebiet. Den Abschluss des Tals bildet der Schlinigpass auf 2.309 m, über den ein Weg ins Schweizer Val d'Uina führt.
Schlinig, Geschichte und Dorf
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Schlinig in den Jahren 1161 bis 1164 als Sliniga. Seit 1220 war das Kloster Marienberg fast alleiniger Grundherr des Tals, bis 1875 übte es auch die niedere Gerichtsbarkeit aus. Aus dem Marienberger Archiv stammt eine Gemeindeordnung von 1532, die bemerkenswerterweise auf Deutsch abgefasst ist. Seit 1928 gehört Schlinig zur Gemeinde Mals.
Im 15. Jahrhundert erhielt das Dorf eine gotische Kirche, dem heiligen Antonius Abbas geweiht, die 1775 umgebaut wurde und seitdem einen Zwiebelturm trägt. Zum Dorfbild gehört auch eine alte Wassermühle. Früher lebte Schlinig fast ganz von der Berglandwirtschaft; der Alpintourismus begann um 1900, und im Winter ist es vor allem der Langlauf, der Gäste bringt.
1901 baute die Sektion Pforzheim des Deutsch-Österreichischen Alpenvereins die Pforzheimer Hütte nahe dem Schlinigpass. Um 1910 wurde der Übergang durch den Felssteig in der Uina-Schlucht ins Engadin begehbar gemacht. Nach dem Krieg nutzten italienische Zöllner die Hütte bis 1972 gegen den Schmuggel über den Pass; für die Gäste entstand die Sesvennahütte auf 2.256 m.
Wandern ab Schlinig
Die leichteste Wanderung ist der Almweg zur Schliniger Alm, auch Alp Planbell genannt. Er beginnt am Parkplatz des Langlaufzentrums am Ende des Dorfes und folgt dem Forstweg links des Schliniger Bachs. Unterwegs passierst du mehrere Spielstationen für Kinder. Hin und zurück sind es nach Hausangabe rund 5,2 km und 130 Höhenmeter in etwa zwei Stunden; der Hinweg dauert nach den Angaben zur Sesvennahütte knapp 40 Minuten.
Weiter taleinwärts zweigt vom Forstweg ein Wanderweg ab, mittelsteil hinauf zu flachen Grasböden, vorbei an der alten Pforzheimer Hütte und fast eben zur Sesvennahütte. Der Betreiber des Watles nennt ab Schlinig 5,3 km, 547 Höhenmeter im Aufstieg und 2,5 Stunden. Weiter zum Schlinigpass und in die Uina-Schlucht geht nur im Sommer; die Seite zur Uina-Schlucht erklärt die Voraussetzungen.
Langlauf und Winter
Das Nordic Center Schlinig ist das Langlaufzentrum des Tals. Der Betreiber des Watles beschreibt eine 22 km lange Rundstrecke für klassischen Langlauf und Skating im mittleren Schwierigkeitsgrad, die von Schlinig auf 1.726 m bis zur Schliniger Alm führt und 230 Höhenmeter überwindet. Hier fanden internationale Wettkämpfe statt, darunter die Italienmeisterschaften 2009; 2008 richtete Schlinig kurzfristig die Junioren-Weltmeisterschaft im Langlauf aus. Mehrere Loipen im Tal tragen die Namen Sesvenna, Rasass, Fölla und Monterodes.
Auch ohne Langlaufski ist das Tal im Winter ein Ziel: Winterwanderer und Schneeschuhgeher finden stille Wege, Schneeschuhe leihst du bei uns im Haus. Loipenberichte stehen bei Südtirol Marketing.
Jahreszeiten und beste Zeit
Im Sommer und Frühherbst sind die Wege schneefrei; die Schliniger Alm ist nicht ganzjährig geöffnet. Im Oktober färben sich die Lärchen. Hochtouren und die Uina-Schlucht sind in der Regel von Ende Juni bis Anfang Oktober möglich. Im Winter gehört das Tal den Langläufern.
Mit Kindern und mit Hund
Der Almweg ist fast eben und wegen der Spielstationen für Kinder ein guter Familientag; zur Sesvennahütte ist der letzte Abschnitt anspruchsvoller. Hunde sind auf den Wegen möglich, auf den Almen weiden Tiere, deshalb gehören sie dort an die Leine. Die Uina-Schlucht ist für Hunde an der Leine nicht geeignet.
Einkehr im Tal
Einkehren kannst du auf der Schliniger Alm, die Almgasthaus-Küche und Produkte der eigenen Käserei anbietet, in den Gasthäusern in Schlinig und in der Sesvennahütte, die auch Übernachtungen anbietet. Öffnungszeiten wechseln mit der Saison, frag vorher beim Betreiber nach.
Gut kombinierbar mit
Das Schlinigtal passt zum Tag am Watles, dessen Gipfel das Tal im Norden begrenzt, und zur Pfaffensee-Wanderung. Auch das Kloster Marienberg in Burgeis liegt am Weg. Die Sesvennahütte und die Uina-Schlucht haben eigene Seiten.
Vom Hotel nach Schlinig
Du fährst vom Haus rund zehn Minuten ins Dorf oder nimmst den Bus Nr. 277. Der Parkplatz am Langlaufzentrum liegt am Ende des Dorfes, dort beginnen die Wege.
Vom Hotel zum Ziel
- 4 km
- 10 Min.
Mit dem Auto: Vom Hotel in Prämajur fährst du auf der Straße ins Schlinigtal bis zum Parkplatz am Langlaufzentrum am Ende des Dorfes. Von dort beginnen der Almweg zur Schliniger Alm und der Weg Nr. 1 zur Sesvennahütte.
Mit Bus und Bahn: Der Bus Nr. 277 hält nach Angabe des Betreibers des Watles in Prämajur und in Schlinig. Mit dem Reschensee Guest Pass sind Bahn und Bus in ganz Südtirol im Aufenthalt inklusive; Fahrpläne stehen auf suedtirolmobil.info.
Parkplatz: Parkplatz am Langlaufzentrum am Ende des Dorfes Schlinig
Karte
Häufige Fragen
- Wie weit ist Schlinig vom Hotel?
- Rund 4 km und rund zehn Minuten mit dem Auto. Der Bus Nr. 277 fährt nach Angabe des Betreibers des Watles bis Schlinig.
- Welche Wanderung ab Schlinig eignet sich für Familien?
- Der Almweg zur Schliniger Alm: fast eben, mit Spielstationen für Kinder, hin und zurück rund 5 km und zwei Stunden nach Hausangabe. Die Alm bietet Einkehr und eine Käserei.
- Wie lange dauert der Weg von Schlinig zur Sesvennahütte?
- Der Betreiber des Watles nennt 5,3 km, 547 Höhenmeter im Aufstieg und rund zweieinhalb Stunden auf Weg Nr. 1; die Schwierigkeit gilt als mittel. Die Hütte ist nicht ganzjährig bewirtschaftet, frag vorher nach den Zeiten.
- Kann ich im Schlinigtal Langlaufen?
- Ja, das Nordic Center Schlinig bietet eine 22 km lange Rundstrecke für klassischen Stil und Skating. Schneelage und Zeiten findest du beim Betreiber.
- Darf mein Hund mit ins Schlinigtal?
- Ja, auf den Wegen sind Hunde möglich, auf den Almen gehören sie an die Leine. Die Uina-Schlucht ist für Hunde an der Leine nicht geeignet.
Zum Aufenthalt
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Beim Betreiber und vor Ort
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