Ausflug in die Schweiz
Müstair und der Schweizerische Nationalpark
Von Prämajur ist die Schweiz nah: In Müstair steht das Kloster St. Johann, seit 1983 UNESCO-Welterbe, und weiter hinter dem Ofenpass beginnt der Schweizerische Nationalpark, der älteste Nationalpark der Alpen. Das Ferienhotel Kastellatz liegt rund 30 Minuten Fahrt von Müstair entfernt; zum Nationalpark rechnest du ab etwa einer Stunde, zum Nationalparkzentrum in Zernez rund 80 Minuten.
Auf dieser Seite stehen das Kloster, die strengen Regeln im Nationalpark – darunter das Hundeverbot – und was du für den Grenzübertritt brauchst.
Auf einen Blick
- 20 km, rund 30 Minuten Fahrt vom Hotel, in der Schweiz
- ab etwa einer Stunde Fahrt; 21 offizielle Routen, 100 km Wanderwege
- im Nationalpark verboten, auch an der Leine
- Kloster St. Johann, seit 1983; Führungen auch auf Italienisch, Englisch, Französisch, Rätoromanisch
- 1914, 170 km², größtes Wildnisgebiet der Schweiz
- in der Regel Mitte Mai bis Mitte November; im Winter ist der Park nicht begehbar
- Ausweis, Franken oder Karte; kein EU-Roaming
- bei Kloster bzw. Nationalpark prüfen
Kloster St. Johann: Geschichte und Legende
Das Kloster wurde im 8. Jahrhundert gegründet. Der Legende nach geriet Karl der Große nach seiner Krönung zum König der Langobarden auf dem Umbrailpass in einen Schneesturm und kam heil davon; als Dank soll er das Kloster gestiftet haben. Seit der Gründung war das Kloster nach eigener Angabe stets bewohnt; es leben hier Benediktinerinnen. 1810 wurde die Abtei zum Priorat, 1894 entdeckte man in einem dunklen Dachraum Fresken des 8. Jahrhunderts, und von 1947 bis 1951 wurden die Wandmalereien in der Klosterkirche freigelegt.
1983 nahm das Welterbekomitee das Kloster in die UNESCO-Liste auf, zeitgleich mit dem Stiftsbezirk St. Gallen und der Altstadt von Bern. Im Kloster arbeiten außerdem Forschung, Denkmalpflege und Restaurierung zusammen, im Kompetenzzentrum SAVAIR.
Was du im Kloster siehst
Die Klosterkirche zeigt nach Angabe des Klosters den größten und besterhaltenen Wandmalereizyklus aus dem Frühmittelalter; die älteste Monumentalstatue Karls des Großen bezeugt die Klostergründung. Das Museum befindet sich im Plantaturm aus dem 10. Jahrhundert, dem nach Angabe des Klosters ältesten Wohn- und Wehrturm im Alpenraum, und erzählt zwölf Jahrhunderte Bau- und Kunstgeschichte sowie das Leben der Benediktinerinnen.
Die Heiligkreuzkapelle ist ein Juwel aus karolingischer Zeit: Im Untergeschoss liegt die nach Angabe des Klosters älteste datierte Balkendecke Europas aus dem Jahr 788. Die Kapelle ist nur mit Führung zu besichtigen. Dazu kommt das archäologische Archiv mit den berühmten Flechtwerksteinen des 8. Jahrhunderts. Kirche, Museum und Kapelle sind unbeheizt: Zieh dich warm an. Informationen und Eintrittskarten gibt es im Klosterladen la butia; Zeiten und Preise stehen auf der Klosterwebsite. Kirche und Erdgeschoss des Museums sind für Rollstuhlfahrer zugänglich, die drei Obergeschosse im Turm nicht.
Das Val Müstair
Das Val Müstair liegt im südöstlichsten Zipfel der Schweiz und ist als Biosfera Val Müstair ausgewiesen. Müstair eignet sich als Halbtagesausflug und lässt sich gut mit Glurns oder dem Reschensee verbinden.
Der Schweizerische Nationalpark
Der Nationalpark wurde am 1. August 1914 gegründet und ist damit der älteste Nationalpark der Alpen; er ist das größte Wildnisgebiet der Schweiz und der einzige Nationalpark des Landes. Er umfasst 170 Quadratkilometer, davon sind gut die Hälfte vegetationsfrei, 28 Prozent Wald und 21 Prozent alpine Matten. Nach den Kriterien der Weltnaturschutzunion gehört er zur höchsten Schutzkategorie. Der Name Ofenpass erinnert an den früheren Bergbau, der viel Holz brauchte; seit 1914 erobert sich die Natur hier das Gebiet zurück.
Die Ofenpassstraße führt quer durch den Park, entlang der Straße gibt es Parkplätze (P1 bis P10, die Platzzahl ist beschränkt) und Postauto-Haltestellen. Die 21 offiziellen Routen sind zusammen 100 Kilometer lang, zwei davon sind alpine Routen. Viele Wanderungen haben große Höhenunterschiede und führen über die Waldgrenze. Wegen der Wetterumschwünge solltest du gut vorbereitet losgehen; das Mobilfunknetz deckt nicht das gesamte Gebiet ab.
Regeln im Park: Hunde verboten
Die Regeln sind streng: Die markierten Wege und die gekennzeichneten Rastplätze dürfen nicht verlassen werden, Tiere, Pflanzen, Holz und Steine dürfen nicht mitgenommen werden, Abfall bleibt nicht liegen, Fahrräder und Fluggeräte sind verboten, Baden und Feuer ebenso, und der Aufenthalt ist nur tagsüber erlaubt. Die Parkwächter überwachen die Regeln und dürfen Verstöße ahnden.
Hunde dürfen nicht mitgenommen werden, auch nicht an der Leine. Das gilt im gesamten Parkgebiet. Wer mit Hund reist, lässt ihn im Hotel oder zu Hause; ob Hunde ins Kloster Müstair mitdürfen, kläre bitte vorher beim Kloster.
Tiere beobachten
Der Park nennt auf seiner Seite die besten Orte: Murmeltiere siehst du auf den Weiden, etwa auf der Alp Grimmels oder der Alp Stabelchod, bis Ende September, sie meiden die heißen Mittagsstunden. Gämsen zeigen sich über die ganze Saison, Rothirsche von Juni bis Mitte Oktober, besonders im Val Trupchun und bei Il Fuorn; die Hirschbrunft beginnt ab Mitte September. Steinböcke findet man im Sommer in höheren Lagen, Bartgeier und Steinadler nutzen am Mittag und Nachmittag die Aufwinde. Ein Fernglas kannst du im Nationalparkzentrum mieten.
Nationalparkzentrum in Zernez
Zernez gilt als Tor zum Park. Dort befinden sich die Verwaltung im Schloss Planta-Wildenberg und das Nationalparkzentrum mit der Ausstellung „Wildnis im Zentrum“ und einer jährlich wechselnden Sonderausstellung. Am Infotresen erfährst du, welche Wanderungen und geführten Exkursionen es gibt und wie der Zustand der Wege ist. Das ist vor einer Wanderung die wichtigste Auskunft, denn der Park lehnt eine Haftung für Wegmeldungen ab: Es gilt die Signalisation vor Ort.
Grenze, Anreise und Jahreszeit
Du überquerst die Grenze zur Schweiz: Nimm einen Ausweis mit und rechne in Schweizer Franken oder mit Karte. Das Kloster nimmt nach eigener Angabe auch Euro an. Die Schweiz liegt außerhalb des EU-Zollgebiets, und das Handy-Roaming gilt dort nicht wie in der EU.
Die Wege des Nationalparks sind in der Regel von Mitte Mai bis Mitte November geöffnet; Beginn und Ende hängen von Witterung und Höhenlage ab. Im Winter ist der Park eine Wildruhezone und nicht begehbar. Prüfe den Zustand der Wanderwege auf der Seite des Parks. Müstair ist dagegen ganzjährig ein Ziel; Museum und Klosterladen sind nach Angabe des Klosters täglich geöffnet, die Zeiten wechseln mit der Saison.
Mit Kindern
Der Nationalpark bietet Kinderangebote, darunter den Kinderpfad Champlönch, den Naturlehrpfad Margunet und den Bärenerlebnisweg Senda da l’uors sowie das Museum Schmelzra in S-charl. Kinderwagentauglich ist keiner der Wege. Im Kloster Müstair lohnt sich mit Kindern vor allem das Museum im Plantaturm; das Kloster hat ein eigenes Angebot für Kinder und Familien.
Einkehr in der Nähe
Im Park selbst liegt an der Ofenpassstraße das Hotel Parc Naziunal Il Fuorn; die Chamanna Cluozza im Val Cluozza ist die einzige bewirtete Hütte im Nationalpark und nur zu Fuß erreichbar. In Müstair und Santa Maria findest du weitere Gasthäuser; die Gäste-Info Val Müstair hilft bei der Auswahl.
Gut kombinierbar mit
Am gleichen Tag lässt sich Müstair mit Glurns oder dem Reschensee verbinden; der Nationalpark verlangt einen ganzen Tag. Im Sommer führt von Müstair außerdem der Umbrailpass zum Stilfser Joch, im Winter sind beide Pässe geschlossen. Und die Uina-Schlucht liegt im benachbarten Unterengadin und hat eine eigene Seite.
Vom Hotel dorthin
Das Ferienhotel Kastellatz liegt auf 1.740 m in Prämajur. Zum Kloster in Müstair sind es 20 Kilometer und rund 30 Minuten Fahrt, die Zahlen stehen im Block „Vom Hotel dorthin“. Am Abend bist du wieder im Haus, mit Abendessen und Panorama-Hallenbad.
Vom Hotel zum Ziel
- 20 km
- 30 Min.
Mit dem Auto: Von Prämajur fährst du hinunter nach Burgeis und Mals und über Glurns und Taufers an die Grenze bei Müstair; das Kloster liegt im Dorf, Parkplatz und Bushaltestelle befinden sich direkt gegenüber. Zum Nationalpark geht es von Müstair über den Ofenpass: bis zum Hotel Il Fuorn mitten im Park sind es ab Prämajur rund 42 Kilometer und rund 55 Minuten, bis Zernez rund 59 Kilometer und rund 80 Minuten.
Mit Bus und Bahn: Das PostAuto fährt laut Kloster im Stundentakt von Zernez bis vor das Kloster und weiter bis Mals; ab Mals kommst du mit der Buslinie 277 zurück nach Prämajur. Mit dem Reschensee Guest Pass ist die Fahrt bis Müstair im Aufenthalt inklusive. Prüfe die Fahrpläne vor der Fahrt auf suedtirolmobil.info.
Karte
Häufige Fragen
- Darf ich mit Hund in den Schweizerischen Nationalpark?
- Nein. Hunde dürfen im gesamten Park nicht mitgenommen werden, auch nicht an der Leine. Das nennt die Parkverwaltung in ihren Schutzbestimmungen ausdrücklich.
- Brauche ich für Müstair einen Ausweis?
- Ja, nimm Ausweis oder Reisepass mit. Rechne in Schweizer Franken oder mit Karte; das Kloster akzeptiert nach eigener Angabe auch Euro. Das Handy-Roaming der EU gilt in der Schweiz nicht.
- Wie weit ist Müstair vom Ferienhotel Kastellatz?
- Es sind 20 Kilometer und rund 30 Minuten Fahrt. Zum Hotel Il Fuorn mitten im Nationalpark sind es rund 42 Kilometer und rund 55 Minuten, bis Zernez rund 59 Kilometer und rund 80 Minuten.
- Kann ich den Nationalpark im Winter besuchen?
- Nein, im Winter ist der Park nicht begehbar. Die Wanderwege sind in der Regel von Mitte Mai bis Mitte November offen; Beginn und Ende hängen von Witterung und Höhenlage ab.
- Ist die Heiligkreuzkapelle in Müstair frei zugänglich?
- Nein, sie kann nur geführt besichtigt werden. Termine stehen im Veranstaltungskalender des Klosters; Gruppen können eine Führung auch buchen.
- Kann ich mit dem Bus nach Müstair?
- Ja. Das PostAuto fährt laut Kloster von Zernez bis vor das Kloster und weiter bis Mals. Mit dem Reschensee Guest Pass ist die Fahrt bis Müstair im Aufenthalt inklusive; prüfe die Fahrpläne vorher.
Zum Aufenthalt
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Beim Betreiber und vor Ort
Kloster St. Johann in Müstair: BesucherinformationenKloster St. Johann in Müstair: AnreiseSchweizerischer Nationalpark: SchutzbestimmungenSchweizerischer Nationalpark: Besuchen und WanderroutenSchweizerischer Nationalpark: Wanderrouten und Zustand
Weitere Ausflugsziele
- Reschensee: der Kirchturm im See
- Glurns: die kleine Stadt mit der ganzen Stadtmauer
- Uina-Schlucht: der Felsenweg ins Engadin
- Stilfser Joch: die Passstraße mit den 48 Kehren